Institut für Einfachheit

Beratung nach dem Prinzip der konsequenten Einfachheit

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Neuseeland: ein Vorbild für verantwortungsvolle Politik der Einfachheit und Klarheit

By • Aug 4th, 2005 • Category: Allgemein

Neuseeland mit 3,5 Millionen Einwohnern und allen üblichen Einrichtungen eines autonomen Staates beschäftigt 36.000 Staatsdiener. Zum Vergleich: Die Hansestadt Hamburg braucht 90.000 Staatsdiener bei der halben Einwohnerzahl. Das Verkehrsministerium in Neuseeland wurde von 4000 Bediensteten auf 60 verringert. Der Regulierungsirrsinn in Neuseeland nahm einst absurde Formen an. Für den Bezug einer ausländischen Zeitung brauchte man eine Devisengenehmigung. Margarine gab es nur auf ärztliches Rezept. Teppichböden mussten aus heimischer Schafswolle gefertigt sein. Inzwischen lobt die OECD Neuseeland als das am besten funktionierende Industrieland aller Mitgliedstaaten. Zuvor galt Neuseelands Wirtschaft als die meistregulierte außerhalb des Ostblocks mit der ≥Effizienz einer polnischen Werft„.



Hinter die Zahlen sehen

By • Aug 4th, 2005 • Category: Allgemein

Das Handelsblatt berichtet am 13.7.2005 über ein Gespräch mit dem Wissenschaftler Dietmar Harhoff, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. Sein Metier ist es, Zahlen sprechen zu lassen und Theorien empirisch zu testen. Daten und Fakten, die vordergründig eine Erscheinung plausibel erscheinen lassen, zeigenoft etwas ganz anderes, wenn man hinter die Zahlen sieht.

Harhoff nennt als Beispiel die zunehmende Anzahl der Patentanmeldungen. Sie seien kein Beleg für ein Mehr an Innovationen, sondern ein Signal, dass das Patentsystem reformbedürftig ist. Der Vergleich mit den Forschungsaufwendungen und anderen Indikatoren zeige, dass die Qualität der angemeldeten Patente immer weiter sinke. Es gibt einen Trend, dass sich die Unternehmen ein immer größeres Patentportfolio zulegen, um sich gegen Angriffe der Konkurrenten abzusichern.



Eine Geschäftsidee: Deutschkurse für Berater und High Potentials

By • Jun 11th, 2005 • Category: Allgemein

Eine Geschäftsidee: Deutschkurse für Berater und High Potentials

Viele Berater und junge Universitätsabsolventen drücken ihre Gedanken so aus, dass man zweifeln muss, ob sie sich selbst verstehen. Oder sie blasen so viel Luft, damit es nach möglichst viel aussieht, was sie herausstoßen. Roman Herzog sagte einmal: „Was nicht verstanden wird, kann nicht auf Verständnis hoffen“. Solchen Menschen könnte man helfen. Der Schulungsbedarf ist erheblich. Eine gute Geschäftsidee für gute Lehrer, die sich so ausdrücken können, dass andere sie verstehen.



Sprachenwirrwarr in Brüssel

By • Jun 8th, 2005 • Category: Allgemein

Im Europa der 25 Staaten gibt es inzwischen 420 Sprachkombinationen. Die Folge: Zeitverzögerungen, Fehler, Verlsust rhetorischer Feinheiten. Mit der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 gibt es nun 21 Sprachen. Hier ist die Formel für die nächsten Erweiterungen:

x(x-1). Mit den 2 zusätzlichen Sprachen von Rumänien und Bulgarien kommen wir demnächst auf die Zahl von 506. Bisher schon muss der Sprachendienst pro Jahr 2 bis 3 Millionen Seiten übersetzen. Das „Zeit-Dossier“ vom 30.6.2005 berichtet von der Erörterung einer Verordnungs-Vorlage zum Lebensmittelrecht beim europäischen Rat, an dem 60 Beamte der Mitgliedsstaaten und 40 Übersetzer jeden Artikel des Entwurfes durchgehen.

Schlussfolgerung:



Maut: Marktwirtschaft – ein Fremdwort für den Verkehrsminister

By • Jan 2nd, 2005 • Category: Allgemein

Mit der Erteilung der vorläufigen Betriebserlaubnis für das Toll Collect Konsortium am 15.12.2004 verbindet Bundesverkehrsminister Stolpe eine „Warnung an die Wirtschaft vor ≥ungerechtfertigten Preiserhöhungen“, an anderer Stelle (Die Welt vom 20.12.2005) warnt er die Unternehmer, die LKW-Maut über Preiserhöhungen an den Verbraucher weiterzugeben.

Manfred Stolpe hat noch nicht verstanden, wie Wirtschaft funktioniert

  1. Wer ist die Wirtschaft, wer sind die Unternehmer? Wirtschaft ist eine anonyme Masse von Millionen Akteuren: Darunter der Staat, Volkswagen, Deutsche Bank, der kleine Bioladen, Ikea, die kommunale Stadtentwässerung und viele Millionen Verbraucher. Die Wirtschaft kann nicht angesprochen werden, nicht organisiert und für nichts verantwortlich gemacht werden.


„Wir müssen Kosten senken“

By • Okt 23rd, 2004 • Category: Allgemein

Wir müssen die Kosten senken 11 000 Euro für das Vorstandsbüro

Immer wieder lesen wir dieser Tage Wir müssen die Kosten senken„. Bei Opel, bei Karstadt, bei allen Unternehmen, die in die Verlustzone geraten sind. Das ist eine seltsame Äußerung der betreffenden Vorstände. Kosten müssen den gewollten Geschäftsprozessen, den Kapazitäten, den Umsätzen und Aufträgen angepasst sein. Und das muss immer gelten, jeden Tag. Immer muss dieses Thema wie selbstverständlich von den jeweils in den verschiedenen Unternehmensbereichen verantwortlichen Leuten gegenwärtig sein. Sie müssen die Absatzlage und ihre Kapazitäten kennen. Sie müssen wissen, welche kurz-, mittel- und langfristigen Anpassungen notwendig und sinnvoll sind. Diese Themen müssen immer wieder wie selbstverständlich in den Besprechungen aller Ebenen behandelt werden. Immer gilt es, mit den höchstmöglichen Produktivitäten und den geringstmöglichen Kosten zu arbeiten, immer, das heißt jeden Tag. Da kann es keine Überraschungen mit der Konsequenz geben, jetzt müsse man die Kosten senken. In einem gut geführten Unternehmen sind sie bereits sozusagen in täglicher Arbeit gesenkt worden.



Die Deutsche Bahn pflegt Komplexität

By • Okt 30th, 2002 • Category: Allgemein

Ab Dezember 2002 gibt es bei der Bahn ein neues Preissystem. Eine Expertengruppe hat offenbar viele kluge Überlegungen angestellt, um für die Bahn ein Optimum zu gestalten. Nicht bekannt ist, in welchem Maß sich Computersimulationen und gesunder Menschenverstand als streitende Kontrahenten gegenüber standen. Manches erscheint zweckmäßig, manches fraglich, vieles kompliziert, nichts einfach.

An nur 2 kleinen Beispielen wird deutlich, dass es einfachere Lösungen gibt:

Rabatte bei Buchungen vor Fahrtantritt:



„Deep Fritz“ konzentriert sich

By • Okt 28th, 2002 • Category: Allgemein

Im Schachspiel gegen Weltmeister Vladimir Kramnik (Oktober 2002) nutzten auch die Programmierer des Hamburger Schachcomputers die Erkenntnisse zur Konzentration. Zwar glaubte ich als Laie, ein Computer könne in kürzester Zeit fast unendlich viele Rechenoperationen ausführen und daher komme es nicht auf die Menge der Rechenoperationen an. Trotzdem wurde das sogenannte Alpha-Beta-Verfahren entwickelt, um eine bessere Vorauswahl treffen zu können. „Deep Fritz“, der Hamburger Schachcomputer konzentrierte sich dann auf den besten Zug und reduzierte damit die Untersuchung von möglichen 100 Millionen Rechenoperationen (bei einer Zugtiefe von 5) auf nur 50 000. Angenommen für die 100 Millionen brauchte „Deep Fritz“ 30 Minuten, so verkürzte sich seine konzentrierte Arbeitszeit auf weniger als 1 Sekunde. Übrigens endete das Match 4:4 unentschieden.



Regierungskunst – Ein Problem?

By • Jun 11th, 2002 • Category: Allgemein

Was ist da so schwierig? Warum scheitern viele Vorhaben? Warum ist alles so kompliziert? Warum versteht der Bürger oft nicht, was die da oben sich ausgedacht haben?

Regierungen haben fast permanent mit dem Urteil mangelnder Fähigkeit zu tun. In Deutschland am Ende der Regierung Schröder sind viele Regierungsvorhaben und Gesetze in massive Kritik geraten. Es gibt Probleme und Zweifel an Sinn und Erfolg der Riester-Rente, der Öko-Steuer, dem Dosenpfand, der Gesundheitsreform, dem Zuwanderungsgesetz und besonders an verschiedenen Initiativen zur Arbeitsmarktpolitik. Zwar ist vieles anders in der Staatsführung als in der Führung eines Unternehmens. Aber die Gründe für Erfolg, Misserfolg und Mittelmäßigkeit sind fast immer die selben.



Entlohnung von Analysten bei Merrill Lynch

By • Jun 9th, 2002 • Category: Allgemein

Ein Beispiel zum Thema „Klare Ziele“ als wesentliche Voraussetzung für Einfachheit

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet am 8. Juni 2002, dass Merrill Lynch die Entlohnung seiner Analysten auf eine neue Grundlage gestellt hat. Bisher richtete sich ihr Einkommen nach den Einnahmen im Investmentbanking. Künftig soll die Entlohnung abhängig sein von der Qualität ihrer Prognosen.