Institut für Einfachheit

Beratung nach dem Prinzip der konsequenten Einfachheit

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Rezension: „Die Aldi-Diät für Deutschland – Rezepte für eine einfache Politik“

By • Jul 9th, 2007 • Category: Allgemein

Rezension von Volker Müller, Redakteur Das Parlament„ am 19.3.2007 / Überschrift „Mit Discounter-Tipps zum schlanken Staat“

Seine wichtigsten Thesen:

·Dieter Brandes‚ Politik-Ratgeber verharrt an der populistischen Oberfläche

·Seine Zielgruppe sind die Abgeordneten, die unsägliche Gesetze produzieren, und die Beamtenschaft, die diese komplizierten Regelungen umsetzen muss.

·nun weiß auch der Autor, dass es zwischen Aldi und der Bundesrepublik Deutschland noch gewisse Unterschiede gibt. Die Kanzlerin kann ein komplexes Staatswesen nicht führen wie die Aldi-Filiale um die Ecke



Noch einmal: Bürokratie und Normenkontrollrat (NKR)

By • Jul 6th, 2007 • Category: Allgemein

Viel Missverständnis um den Normenkontrollrat

Das Handelsblatt vom 6.7.2007 beschreibt die Arbeit des NKR in seinem Artikel „Im Paragrafendschungel“ von Klaus Stratmann. Es werden knapp 11 000 bundesrechtliche Vorschriften genannt, die Statistik- und Buchführungspflichten, Kennzeichnungs- und Nachweispflichten der Wirtschaft regeln. Hinzu kommt noch eine Unzahl länderspezifischer Vorschriften. Der Autor, aber auch der Gesetzgeber und seine Bürokratie-Verringerungsbeauftragten meinen, „ehe man die Lasten abbauen kann, muss man sie freilich messen“. 110 Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes betätigen sich ausschließlich als Bürokratiekostenerfasser und nutzen dafür das „Standardkostenmodell“ (SKM).



Kernthemen deutscher Politik Asyl in der Schweiz

By • Jun 4th, 2007 • Category: Allgemein

Ab heute denke ich über einen Antrag auf Asyl in der Schweiz nach. Vor zwei Tagen las ich über die erschreckende Landflucht von Frauen aus den neuen Bundesländern in den Westen. Besonders die jungen Männer bleiben dort. Begründet wird das mit der besseren Bildung und Ausbildung der Frauen, aber auch mit deren Mut und Kraft. Hier in meinem Urlaubsort in Ascona finde ich das durchaus bestätigt. Ostdeutsche Frauen bereichern die Schweiz. Und heute schon lese ich die prompte Reaktion der (deutschen) Bundesregierung im Handelsblatt: In den nächsten zwei Jahren plant unsere Regierung, mit einem Betrag von 2 Millionen Euro in zwei ländlichen Versuchen die Abwanderung zu stoppen – unter anderem mit rollenden Bibliotheken. Ich fasse es nicht! Ich will da weg!



Das Bundesfinanzministerium bleibt ignorant

By • Mai 9th, 2007 • Category: Allgemein

Unverständnis im Bundesfinanzministerium – die anderen sind schuldig

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Dr. Barbara Hendricks, schrieb als Autorin am 27. März 2007 einen Artikel in der Financial Times Deutschland unter dem Titel „Vereinfachen ist schwierig“

Ihre Kernaussagen waren – wörtlich:

  • Sie (die Politiker, tatkräftig unterstützt von den Beamten des Bundesfinanzministeriums und allen Finanzämtern dieses Landes) stehen unter Generalverdacht, in einem geradezu wahnhaften Perfektionismus und ohne erkennbares Konzept alles zu regeln, was sich irgendwie gesetzlich regeln lässt…Doch Wirklichkeit und Vorurteil haben wenig miteinander zu tun.
  • …dennoch ist das deutsche Steuerrecht eine fast konkurrenzlos komplexe Materie.


Normenkontrollrat: überflüssig

By • Mrz 18th, 2007 • Category: Allgemein

Normenkontrollrat: eine überflüssige Bürokratie

Mit dem „Gesetz zur Einrichtung eines Normenkontrollrates“ orientierte sich die Bundesregierung an einem Beispiel aus den Niederlanden. Der Rat soll die „Bundesregierung dabei unterstützen, die durch Gesetze verursachten Bürokratiekosten mittels Anwendung einer standardisierten Bürokratiekostenmessung auf Grundlage des Standardkosten-Modells zu reduzieren“. Als Bürokratiekosten im Sinne dieses Gesetzes werden nur Informationspflichten von natürlichen Personen und Unternehmen angesehen, die diese aufgrund von (Bundes-)Gesetzen und Verwaltungsvorschriften gegenüber Behörden etc. zu erfüllen haben. Damit hat der Gesetzgeber ein winziges Segment aus der Gesamtheit der bürokratischen Vorgänge ausgewählt. Dosenpfand, Elektronikschrott-Rückgabepflicht, Hartz IV oder das Gleichbehandlungsgesetz sind dagegen keine relevanten Bürokratiekostenverursacher, weil mit ihnen keine Berichts- und Dokumentationspflichten verbunden sind.



Klimaziele der EU: Das Verbindlichste ist die Unverbindlichkeit

By • Mrz 18th, 2007 • Category: Allgemein

2020 soll der CO2 Ausstoß in der Europäischen Union um 20 Prozent unter den Werten von 1990 liegen.

Das Verbindlichste an diesem EU-Klimaziel ist die Unverbindlichkeit. Was passiert, wenn bis 2020 nichts oder nur wenig passiert? Die Regierungschefs von heute werden dann kaum noch im Amt sein.

Was ist mit den Lissaboner Beschlüssen aus dem Jahr 2000 passiert?

In meinem neuen Buch „Die Aldi-Diät für Deutschland. Rezepte für eine einfache Politik“ (Econ 2007) habe ich über Lissabon folgendes geschrieben:

Beispiel 13: Lissaboner Wünsche

Verantwortungslos ist es, wenn die Staats- und Regierungschefs im Jahr 2000 in Lissabon große Ziele für die EU verkünden:



Markenwert: nur sinnvoll für Berater

By • Feb 9th, 2006 • Category: Allgemein

Am 30.1.2006 schreibt die FAZ über den Erfolgsfaktor Markenwert. Unternehmen bewerten ihre Marke. Zum Beispiel: was ist die Marke BMW wert? Losgelöst vom Unternehmen? Damit beschäftigen sich verschiedene Unternehmen und deren Berater. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhausCoopers (PwC)hat gemeinsam mit Professor Henrik Sattler (Universität Hamburg), der GfK und dem Markenverband eine Studie zur „Praxis von Markenbewertung und Markenmanagement in deutschen Unternehmen“ erstellt. Ein Ergebnis: Der Anteil des Markenwertes am gesamten Unternehmenswert stieg zwischen 1999 und 2005 von 56 auf 67 Prozent. Starke Marken werden für deutsche Unternehmen immer wichtiger, so der Kommentar der Studie.

Welch ein blühender Unsinn!



Günter Grass und die Abgeordneten ohne Verantwortung

By • Aug 26th, 2005 • Category: Allgemein

Die zunehmende Komplexität verwischt das Bild einer klaren Zuschreibung von Verantwortung. Verantwortung ist immer weniger personalisierbar. Sie wird begrifflich unscharf. Führungskräfte in Politik und Wirtschaft müssten für sich und ihre Bereiche klare und eindeutige Verantwortlichkeiten organisieren und diese durch kluge Kontrollhandlungen begleiten. Immer geht es darum, Verantwortung konkret festzumachen an Personen und nicht an anonymen Gruppen. Hier gibt es überall Verständnisschwierigkeiten, sogar bei den klügsten Intellektuellen.



Duisburger Zoo: komplex und nun auch ignorant und frech

By • Aug 12th, 2005 • Category: Allgemein

Unter dem Thema „Überall Komplexität – nirgendwo Einfachheit„ habe ich in meinem Buch ≥Einfach managen„ über ein Beispiel aus dem Duisburger Zoo berichtet. Hier folgt das Beispiel zur Komplexität der Preispolitik im Duisburger Zoo unter der Abschnittsüberschrift ≥Im Duisburger Zoo machen die Affen die Preise„. Im Anschluss daran der Brief von Josef Goerigk, der das Beispiel gelesen hatte und daraufhin den Zoodirektor anschrieb.

Im Duisburger Zoo machen die Affen die Preise
Die Preispolitiker des Duisburger Zoos haben die Komplexität in ihre Preispolitik eingebaut.

Preisliste gültig ab 1.1.2000 in DM:

Erwachsene

 

14,00

 



EU Verfassung: Weniger wäre Mehr

By • Aug 4th, 2005 • Category: Allgemein

Europa krankt an seiner ungeheuren Komplexität, weil eine klare, eindeutige Mission fehlt. Es fehlen Sinn und Ziele, die zu eindeutiger Handlungsorientierung führen. Die Machtverhältnisse sind unklar, die Abstimmungsverfahren unglaublich kompliziert. Europa braucht keine Verfassung mit über 400 Artikeln und kein Gemeinschaftsrecht mit 90.000 Seiten. Europa braucht auch keinen EU-Industriekommissar, der von einer ≥kosteneffizienteren Fondsindustrie„ träumt. Das geht ihn nichts an.

Schlussfolgerung:

Das alles kann nur in Ordnung kommen durch Verzicht auf eine Allzuständigkeit auf allen Gebieten und in allen Regionen Europas. Erst dann könnten Parlament und Kommission so gestärkt werden, dass sie mächtig und handlungsfähig werden. Europa braucht eine knappe, klare Verfassung, die das Wesentliche verständlich darstellt.